
Im Coilzentrum von Hartmann in Muggensturm geht es um Dimensionen, die man nicht jeden Tag bewegt. Stahl- und Aluminiumcoils mit hohen Einzelgewichten treffen per Bahn ein, werden mit leistungsfähiger Krantechnik übernommen, sicher eingelagert und entsprechend der Produktionsabrufe wieder bereitgestellt.
Was auf den ersten Blick nach Schwerlastlager aussieht, ist tatsächlich ein eng getakteter Logistikprozess. Hartmann verbindet hier Schiene, Lager, Umschlag und Straße zu einer durchgängigen Versorgungskette für die Automobil- und stahlverarbeitende Industrie.
Bei Schwerlastlogistik zählt nicht allein, wie viele Tonnen ein Kran heben kann. Entscheidend ist auch das Wissen darüber, wie unterschiedliche Materialien sicher, fachgerecht und materialschonend gehandhabt werden.
Stahl und Aluminium stellen je nach Ausführung, Abmessung und Oberfläche unterschiedliche Anforderungen an Lagerung, Umschlag und Transport. Gewicht und Lastverteilung müssen ebenso berücksichtigt werden wie die Beschaffenheit des Materials und dessen Schutz vor Beschädigungen.
Genau hier kommt die Erfahrung unserer Mitarbeitenden ins Spiel. Sie kennen die Anforderungen der unterschiedlichen Coilgüter und sorgen dafür, dass vom Entladen über die Lagerung bis zur erneuten Verladung jeder Prozessschritt auf Material und Gewicht abgestimmt ist.
Dafür braucht es die entsprechende Infrastruktur. Das Coilzentrum verfügt über vier Hallenbereiche, die speziell auf die Anforderungen der Schwerlastlogistik ausgelegt sind.
Insgesamt acht Portalkräne, jeweils zwei pro Halle, übernehmen die Bewegung der Stahl- und Aluminiumcoils sowie weiterer Stahlprodukte. Mit Traglasten von bis zu 63 Tonnen sind sie für den kontinuierlichen Schwerlastbetrieb ausgelegt.
Tragfähige Flächen, abgestimmte Lastwege sowie spezialisierte Lager- und Ladeeinrichtungen schaffen die technischen Voraussetzungen für sichere und leistungsfähige Prozesse.
Doch erst das Zusammenspiel aus Technik, Materialkenntnis und langjährigem Know-how macht daraus Schwerlastlogistik.
Ein entscheidender Vorteil des Standorts ist der eigene Gleisanschluss. Zweimal täglich wird das Coilzentrum über die Schiene angefahren. Ganzzüge und einzelne Waggons können unmittelbar in die Lager- und Umschlagprozesse eingebunden werden, ohne zusätzliche vorgelagerte Umschlagwege.
Bis zu 80 Tonnen Material pro Waggon gelangen so direkt in die Prozesse des Coilzentrums.
Nach dem Bahnumschlag werden die Coils eingelagert und entsprechend der jeweiligen Abrufe für den Weitertransport bereitgestellt. Die direkte Verbindung von Schiene, Lager und Straße schafft kurze Wege und eine durchgängige Transportkette vom Lieferanten bis zum Produktionswerk.
Das Coilzentrum ist auf hohe Umschlagvolumina und eine kontinuierliche Materialbewegung ausgelegt. An fünf Tagen pro Woche läuft der Lagerbetrieb rund um die Uhr.
Eingehende Materialien können dadurch flexibel angenommen, innerhalb des Standorts bewegt und bedarfsgerecht für die weitere Versorgung bereitgestellt werden. Gleichzeitig bietet der 24/5-Betrieb die notwendige Flexibilität, um auf unterschiedliche Produktionsbedarfe und kurzfristige Veränderungen zu reagieren.
Eine besondere Rolle übernimmt Hartmann als produktionsnahes Konsignationslager. Die Stahl- und Aluminiumcoils werden in Muggensturm eingelagert, verbleiben jedoch bis zu ihrem tatsächlichen Abruf im Bestand des jeweiligen Lieferanten.
Für die angeschlossenen Produktionswerke bedeutet das: Das benötigte Material befindet sich bereits in unmittelbarer Nähe zur Produktion, ohne dass entsprechende Bestände direkt im Werk vorgehalten werden müssen.
Hartmann übernimmt dabei weit mehr als die physische Lagerung. Unterschiedliche Materialströme werden gebündelt, Bestände überwacht und die benötigten Coils entsprechend der Produktionsanforderungen bereitgestellt. Das Coilzentrum wird damit zum Bindeglied zwischen Lieferanten und Produktion.
Wann welches Material das Lager wieder verlässt, richtet sich nach dem tatsächlichen Produktionsbedarf.
Bei der Just-in-Time-Versorgung werden die benötigten Coils innerhalb definierter Zeitfenster bereitgestellt. Transportplanung, Materialbereitstellung und Anlieferung greifen dabei eng ineinander.
Bei Just-in-Sequence kommt die Reihenfolge hinzu. Die benötigten Materialien werden nicht nur termingerecht, sondern entsprechend der für die Produktion vorgesehenen Sequenz bereitgestellt.
Bestände, Abrufmengen, Materialstatus und Lieferfenster werden dafür systemgestützt gesteuert und kontinuierlich überwacht. Ändert sich der Bedarf in der Produktion, können Disposition und Bereitstellung entsprechend angepasst werden.
So entsteht in Muggensturm eine durchgängige Logistikkette: von der Anlieferung auf der Schiene über Schwerlastumschlag und Lagerung bis zur Bestandssteuerung, bedarfsgerechten Bereitstellung und Weiterbeförderung auf der Straße.
Das Coilzentrum ist damit weit mehr als ein Ort, an dem schwere Güter gelagert und bewegt werden. Es verbindet leistungsfähige Infrastruktur mit Materialkenntnis, Erfahrung und einer präzise gesteuerten Produktionsversorgung.
So wird Schwerlastlogistik zum verlässlichen Bestandteil der industriellen Versorgung.
Heavy Metal eben. Nur logistisch gedacht.
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